Animierte Oberflächen ohne Grafik-Controller realisieren
Immer mehr Produkte werden mit einer farbigen, grafischen Oberfläche
ausgestattet.
Ob für den Massenmarkt oder für die Industrie, die Verwendung einer grafischen
Benutzerführung auf Basis von kostengünstigen TFT-LCDs wird immer beliebter. Zum
Einsatz kommen vor allem Panels mit einer Bildschirmdiagonalen zwischen 2,2 und
10,2 Zoll.
» Lothar Felten
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Diese kleineren bis mittleren Panels ermöglichen die Anzeige von Text in verschiedenen Farben und Schriftarten, Bildern bis hin zu farbigen Animationen. Viele Anwendungen nutzen diese Vorteile einer gesteigerten Benutzerfreundlichkeit: Der Kopierer, der anhand eines Diagramms zeigt, wo der Papierstau zu beseitigen ist, oder auch auffällige Sicherheitshinweise, Tipps und Hinweise erleichtern eine sichere, komfortable Bedienung des Geräts. Nicht nur grafische Hilfen undWarnungen für den Benutzer, auch informative und unterhaltende Darstellungen finden auf dem Display Platz. TFT-LCDs sind flexible Ausgabegeräte und ermöglichen dem Programmierer die Darstellung einer grossen Menge Information in Form von Text, Grafik und Animationen. Anwendungen können so gestaltet werden, dass sie sich zur Laufzeit an die Anforderungen anpassen; auch die Integration dynamischer Inhalte ist problemlos möglich. Vom Ausgabegerät zum Medium für interaktive KommunikationWurden TFT-LCDs bisher primär als Ausgabegeräte wahrgenommen, so werden sie durch die Verwendung von Tasten neben dem Display (z. B. wie beim Geldautomaten) als Softkeys oder einem Touchpanel auf dem Display zum optimalen Medium für die intuitive Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Ein weiteres Einsatzgebiet für Touchpanel findet sich dort, wo eine geschlossene Oberfläche von direktem Vorteil ist, sei es aus hygienischen Gründen oder als Schutz gegen äussere Einflüsse durch Wind und Wetter oder Vandalismus. Integration eines LCDs in ein Produkt stellt den Entwickler vor neue Herausforderungen: Auf Seiten der Hardware muss das LCD-Interface mit einer hohen Datenrate betrieben werden, softwareseitig wird neuer Programmcode zur Anzeige von Text und Grafik benötigt. |
Für den einfachen Einstieg in die |
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Von Renesas gibt es eine günstige SystemlösungFür den einfachen Einstieg in die Entwicklung günstiger Systemlösungen mit leistungsfähiger Grafik bietet Renesas jetzt neue Mikrocontroller ihrer H8S- und H8SX-Serie an. Sie zeichnen sich durch ein schnelles, paralleles Interface aus, das direkt ein TTL-LCD-Interface ansteuern kann. Dieses Konzept kommt ganz ohne Grafikcontroller aus und ermöglicht so ein einfaches und kostengünstiges Hardware-Design, das lediglich aus einem Mikrocontroller mit internem Flash und einem externem SRAM besteht, der als Bildspeicher zwingend notwendig ist. Die Kosten für diese Lösung können bei einer Serienstückzahl von 500 Geräten mit etwa 8 Euro abgeschätzt werden. Umstieg von 16 auf 32 Bit ist problemlos möglichZu Einsatz kommt ein 16-Bit-Mikrocontroller von Renesas aus der Familie H8S. Der H8S/2378 wird mit 35MHz getaktet und steuert direkt ein QVGA-TFT-LCD (Auflösung 320 $ 240) mit bis zu 75 fps (frames per second = Bilder pro Sekunde) an. Der ebenfalls bereits verfügbare «grosse Bruder» des H8S/2378 aus der 32-Bit- H8SX-Serie läuft mit bis zu 50 MHz und bewältigt Auflösungen bis VGA (640 $ 480), was einer Vervierfachung der Pixeldaten und somit auch einer Vierfachung der hierfür nötigen Datenrate entspricht. Durch die Aufwärtskompatibilität des H8SX mit der H8S-Serie ist ein Umstieg von 16 auf 32 Bit problemlos machbar, falls zu einem späteren Zeitpunkt eine Aufrüstung auf VGA-Auflösung vorgesehen ist.
LCD-Interface wird direkt mit dem Datenbus verbundenDie im Controller integrierte Peripherie ermöglicht es, alle
Signale zur Ansteuerung eines TFT-LCDs zu generieren: Steuersignale wie HSync,
VSync, Data-Enable und der Pixeltakt werden über Timer (optional),
DMA-Controller und IO-Ports erzeugt. Sie steuern die Synchronisation der
Datentransfers zwischen dem SRAM und dem LCD-Interface. Um ein Minimum an Pins
zu verwenden, werden zusätzlich zum gemeinsamen 16-Bit-Datenbus nur wenige
weitere Pins benötigt. Das LCDInterface wird direkt mit dem Datenbus verbunden,
18-Bit-TFT-LCDs können mit einer Farbtiefe von 16 Bit (65536 Farben) betrieben
werden, dabei werden die Farben Rot und Blau mit je 5 Bit und Grün mit 6 Bit
codiert. Komplexe Animationen und EffekteAnimierte Grafiken benötigen schnellen Zugriff von der CPU zum Bildspeicher. Der externe Bus des Systems wird zwar permanent für den Betrieb des LCDs verwendet, trotzdem steigt die Buslast nicht über 50 Prozent. Das bedeutet, dass noch ausreichend Bandbreite vorhanden ist, um auf externe Speicher zuzugreifen, zum Beispiel auf ein grosses externes Flashmit fertigen Bildinhalten. Der Prozessor kann selbst auch direkt auf den externen Speicher zugreifen, so lassen sich Effekte wie z. B. Transparenz schnell in Software realisieren. Bei ausreichend grossem Speicher kann auch mehr als ein Bildspeicher verwendet werden, das ermöglicht Double Buffering ohne Umschaltzeiten für besonders schnelle, flickerfreie Animationen. Für den Transfer von grossen Datenmengen zwischen zwei Speicherbereichen kann eine DMA-Einheit verwendet werden, dann wird wiederum die CPU entlastet. Hohe Rechenleistung bei niedrigem TaktDer effiziente CISC-Befehlssatz der H8S und H8SX ermöglicht eine hohe Codedichte und eine schnelle Ausführung aller häufigen Befehle. Durch die Dual-Bus-Struktur kann die CPU mit voller Geschwindigkeit auf den internen SRAM zugreifen und Programmcode direkt aus dem internen Flash ausführen. Zugriffe auf den externen Bus erfolgen im Interleaving-Mode mit der externen DMAUnit, wenn das LCD aktiv betrieben wird. Im TFT-LCD-Betrieb hat die CPU durch die Interruptroutine für die TFT-Ansteuerung eine Grundlast von unter 10 Prozent, sodass dem Anwender genügend Rechenleistung sowie schnelle Interrupt-Reaktionszeiten für Echtzeit-Anwendungen zur Verfügung stehen. Mit einem maximalen Oszillator-Takt von 17,5 MHz sind auch beim Board-Layout keine besonderen Massnahmen notwendig, um ein zuverlässiges und stabiles Systemverhalten zu erreichen. Softwaresupport ist für den Programmierer unabdingbarDie Realisierung einer grafischen Bedienoberfläche eines
Embedded-Systems erfordert natürlich mehr als nur ein gutes Hardwarekonzept. Die
Software muss dem Programmierer eine sinnvolle API zur Verfügung stellen. Damit
ist die Software ein wichtiger, fester Bestandteil der gesamten Lösung: vom
Treiber, der das richtige Timing für das LCD erzeugt, bis hin zur Bibliothek,
die dem Anwendungsprogrammierer eine API mit umfangreichen Funktionen bietet.
Eine konsequente Trennung von Treiber und Grafikbibliothek kann zur
Arbeitsteilung genutzt werden. |
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| Entwicklungskit für einfachen Einstieg | ||
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Für den einfachen Einstieg in die direkte TFT-LCD-Ansteuerung
mit einem H8S/H8SXMikrocontroller ist jetzt ein neues Entwicklungskit von MSC
verfügbar: das VISURDKH8S- QVGA. Bestehend aus einem PCB mit einem H8S, einer
Adapterplatine und dem QVGA-TFT-LCD ist die Lösung direkt einsetzbar. Zur
schnellen Evaluierung des Konzepts können innerhalb kürzester Zeit die Beispiele
an eigene Bedürfnisse angepasst werden. Die Softwaretreiber werden im Quellcode
mitgeliefert, auch Touchpanel-Support ist bereits vorhanden. |
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Einige Softwarebeispiele demonstrieren die vielfältigen Möglichkeiten des embOSBetriebssystems und der emWin-Grafikbibliothek von Segger. Die Softwarebeispiele bieten dem Entwickler einen schnellen, problemlosen Einstieg in die Grafikprogrammierung. Dieses Kit aus Mikrocontroller, Grafikbibliothek und Beispielen stellt eine optimale Plattform für das zügige Erstellen von neuen grafischen Oberflächen zur Verfügung und reduziert die erforderliche Entwicklungszeit deutlich. Gleichzeit erhält man mit diesem Kit eine komplette Mikrocontroller-Entwicklungsumgebung einschliesslich IDE, Complier (Testlizenz) sowie einem E10A-JTAG-Emulator von Renesas. Entwicklungskit für einfachen Einstieg |
Autor: Lothar Felten ist FAE (Field-Application- Engineer) bei MSC für den Produktbereich Mikrocontroller und der technische Ansprechpartner für unsere VisuRDK-Kits, MSC-Vertriebs GmbH, Industriestrasse 16, DE-76297 Stutensee, Tel. 0049 7249 910 37 10, Fax 0049 7249 910 516, lfel@msc-ge.com
Dieser Artikel erschien in der Fachzeitschrift Polyscope Ausgabe 03/2008. Download




