Sieben mal Sieben...
...ergibt, wie jeder weiß, feinen Sand. Bis man Atome erhält, wäre eigentlich noch viel Siebarbeit vonnöten, doch zumindest der »Atom«-Prozessor ist bereits zum Vorschein gekommen.
Ob die Welt tatsächlich zusätzlich zu COMExpress und ETX einen weiteren Standard für COMs (Computer on Module) braucht, ist eine müßige Frage: Sie bekommt ihn einfach. Technisch verfolgt »Qseven« eine konsequente Ausrichtung auf ein Höchstmaß an Austauschbarkeit der Module von verschiedenen Herstellern. Damit wurde neben der üblichen Standardisierung von Mechanik und den Schnittstellen erstmals auch ein Software-API, hier als »Embedded Software Application Interface« oder EASI bezeichnet, definiert. Dies zwingt die Modulhersteller, ihre Boards über einheitliche Funktionsaufrufe anzusprechen, was den Austausch eines Moduls in einer bestehenden Applikation wesentlich erleichtert.
Eine verbesserte Kompatibilität allein wäre für sich genommen sicher noch nicht ausreichend für eine große Verbreitung. Qseven zielt zu einem erheblichen Teil auf neue Applikationen, die sich mit existierenden COMStandards nicht befriedigend umsetzen lassen. Dieser Formfaktor nutzt die Vorteile der neuen x86-Prozessorarchitekturen, repräsentiert zum Beispiel durch Intels »Atom«-CPUs. Die Module sind mit 70 mm x 70 mm auf geringe Größe und niedrigen Stromverbrauch ausgelegt. Bei den Schnittstellen wurde sowohl aus Platz- als auch Kostengründen vollständig auf Legacy- Interfaces wie ISA oder PCI verzichtet. Stattdessen finden sich schnelle serielle Schnittstellen wie USB 2.0, PCI-Express oder SATA. Die Schnittstellen werden über einen MXM-Steckverbinder vom Qseven-Modul auf das Basisboard geführt. Dieser MXM-Stecker wird derzeit in hohen Stückzahlen für Grafikmodule in Laptops eingesetzt, ist sehr günstig und trägt damit dazu bei, die Systemkosten im Vergleich zu COM-Express zu verringern.
Billige Zwerglein
Auch in anderen technischen Details der Spezifikation spiegelt sich das Ziel wider, Baugröße und Kosten nicht nur des Moduls sondern des Gesamtsystems zu reduzieren. Die Verlustleistung wurde auf maximal 12 W begrenzt, was eine passive Kühlung ermöglicht. Die Vereinfachung der Spannungsversorgung durch Wegfall der üblichen 12-V-Versorgung und eine Beschränkung auf 5 V leistet hier ebenfalls einen Beitrag. Die Kombination aus geringer Leistungsaufnahme, kompakter Bauform und nicht zuletzt die geringen Kosten macht viele neue Applikationen erst möglich oder erlaubt Systementwicklern erstmals den Einsatz von x86- Standardhard- und -software für Anwendungen, die bisher mit proprietären Lösungen auf der Basis klassischer Embedded- Prozessoren entwickelt wurden. Selbstverständlich können die Module mit einer nach oben begrenzten Verlustleistung keine Höchstleistungen erreichen. Sehr viele Anwendungen wie POS- oder POI-Terminals (Point-of-Sales/-Information) oder tragbare Systeme benötigen jedoch weder Höchstleistungen bei der Grafik noch bei der CPU-Leistung, sondern kompakte Bauformen und lange Batterielaufzeiten.
Für die schnelle Umsetzung von Ideen zu nachgefragten Produkten ist allerdings mehr nötig als eine solide Spezifikation und Produktankündigungen. Die Qseven-Organisation bietet ein Referenzboard für den schnellen Entwicklungsstart. Dieses Board fertigt MSC, ein Gründungsmitglied. Das ATX-Board dient als Modulträger und stellt dem Systementwickler alle definierten Schnittstellen zur Verfügung. Neben Standards wie RS-232, USB 2.0 und SATA bietet das Board auch PCI-Express-, Expresscard- und miniPCI-Express- Steckplätze. Designunterlagen gibt es kostenlos.
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| Qseven-Referenzplattform |
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Autor: |
Bernhard Andretzky, MSC |
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redaktionell bearbeitet: |
Marcel Consée, |
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veröffentlicht in: |
DESIGN&ELEKTRONIK, |


