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Mit passiven LCDs in die Zukunft

GE vision - Chip-on-Glass DisplayAuch wenn der Consumer-Sektor zu kleinformatigen TFTs tendiert – beim Display-Spezialisten Gleichmann Electronics geht man davon aus, dass die Nachfrage nach passiven Displays für Industrieanwendungen bestehen bleiben wird. Das Unternehmen rechnet auch für die nächsten Jahre mit Zuwachsraten deutlich über 15 Prozent.

Ein farbiger TFT-Bildschirm sieht attraktiver aus. Dafür sind die Passiven meist auch ohne Hinterleuchtung oder bei Sonnenlicht gut ablesbar, einfacher anzusteuern und preiswerter als gleichgroße TFT-Displays. Und auch bei Stromaufnahme und Temperaturunempfindlichkeit haben sie die Nase vorn. Deshalb ist sich Roland Federle, Marketing Manager für passive Displays bei Gleichmann Electronics, sicher: „Vor allem in kostensensitiven akku- oder batterie betriebenen Applikationen und in Anwendungen, die widrigen Umweltbedingungen ausgesetzt sind, werden passive Displays noch etliche Jahre die erste Wahl bleiben“. Seiner Meinung nach wird der Umsatz dieses Jahr voraussichtlich 20 bis 25 Prozent über dem des Referenzjahres 2008 liegen und damit für Gleichmann einen neuen Rekord markieren.

Was Federle besonders optimistisch stimmt, ist die Tatsache, dass Passivanzeigen längst nicht mehr nur in Low-End-Applikationen eingebaut werden: „Industrielle Durchflussmengenzähler, Flüssigkeitsanalysatoren für die Wasseraufbereitung, Industriegeräte mit besonderen Anforderungen an die Lebensdauer unter kritischen Klimaverhältnissen – es gibt inzwischen eine lange Liste von höherwertigen Anwendungen, die aus unterschiedlichen Gründen für den Einsatz von TFTs wenig geeignet scheinen.“ Und diese Liste wird zu Federles Freude nicht kürzer, sondern eher täglich länger. Ein Stück weit profitiert er auch davon, dass TFT-Display-Controller- und -Treiberhersteller ihre Komponenten oft schon nach relativ kurzer Zeit wieder abkündigen. „Wir sind immer wieder überrascht, wie viele Anwender das Risiko und den Aufwand eines möglichen Redesigns scheuen und auch deshalb in hochwertigeren Anwendungen lieber einen passiven Bildschirm einsetzen“, gesteht der Display-Experte.

Weitere Wachstumschancen für Gleichmann Electronics sieht Federle auch in neuen Einsatzfeldern wie Smart Metering und Gebäudeinfrastruktur. Die Forderung nach einer 20-jährigen LCD-Lebensdauer und die Tatsache, dass bei den vielen Reglern und Schaltern für die verschiedenen Bussysteme meist sehr wenig Platz für die optischen Anzeigen zur Verfügung steht, schließt in den meisten Fällen den Einsatz von TFTs schon von vornherein aus. Gleichzeitig verfügen nur wenige Unternehmen über das nötige Know-how, um Displays samt der kompletten Ansteuerungs- und Auswerteelektronik auf kleinstem Raum unterzubringen. „Mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der Entwicklung kundenspezifischer Displays liegen wir hier als Deutschlands zweitgrößter Display-Distributor gegenüber den meisten Wettbewerbern deutlich im Vorteil“, ist sich Federle sicher.

Trend zu individuellen Passiv-Displays

Systemkompetenz ist aber nicht nur bei Verbrauchszählern und in der Gebäudetechnik gefragt. “Über 60 Prozent unserer Design Wins basieren inzwischen auf kundenspezifischen Displays. Mal ist es die Glasgröße und -form, die Auflösung oder das Interface, mal der Blickwinkel oder der Kontrast, dann wieder die Stromaufnahme oder die Helligkeit – zu optimieren gibt es fast immer etwas. Und da unsere auf den Einzelfall hin optimierten Lösungen oft nur geringfügig teurer sind als Ware von der Stange, werden die vorhandenen Verbes- erste Wahl bleiben serungsmöglichkeiten von den Kunden auch gerne genutzt“, freut sich Federle.

Möglich ist dies alles dank des 2007 als Ergänzung zu etablierten Vertragslinien wie Ampire, Clover, Elec & Eltek oder Truly gegründeten eignenen Display-Labels GE Vision. „Da ist kaum noch ein großer Hersteller passiver Displays, der sich an den Bedürfnissen kleinerer mittelständischer Kunden orientiert“, erklärt Federle. „Und wenn, dann wird es in der Regel ziemlich teuer. Wir hingegen können unseren Kunden über GE Vision Standard-LCD-Module mit kundenspezifischen Modifikationen schon in kleinen Chargen ab 1000 Stück anbieten, und das zu attraktiven Preisen. Das unterscheidet uns von allen Bildschirm-Distributoren“.

Grundsätzlich sei an Unterstützung praktisch alles machbar, vom klassischen Design-in-Support bis hin zum fertigen Display-Panel, so der Markting Manager. Die Grenzen gebe alleine der Kunde vor. Manchmal reiche freilich auch schon jahrzehntelange Erfahrung, um dem Kunden zum besten Ergebnis zu verhelfen. Federle nennt als Beispiel die Auswahl des richtigen Glases: „Bei gleichen Glasstärken gibt es deutliche Unterschiede in der Bruchanfälligkeit sowie der ITO-Beschichtung. Nur woher soll ein Elektronikentwickler wissen, welches Glas die idealen Voraussetzungen für seine Appliaktionen mitbringt?“ Ohne spezielles Know-how, verbunden mit sehr viel Erfahrung und guten Kontakten zu den Herstellern, stehe man hier auf verlorenem Posten, erklärt Federle. „Wir beschäftigen uns schon so lange und so intensiv mit diesem Thema, dass aus einigen Projekten inzwischen in Kooperation mit den Herstellern sogar Quasi-Standardprodukte hervor gegangen sind.“

Chip-on-Glass stark im Kommen

Technisch sieht Federle einen Trend hin zu Chip-on-Glass- (CoG-) Modulen (siehe auch Titelbild und -Kasten). Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen ermöglicht die direkte Chip-Glas-Verbindung eine sehr geringe Bautiefe, zum anderen sind die überaus robusten Displays seriell und damit wesentlich leichter ansteuerbar als ein TFT. Der einzige Wermutstropfen: Die Mindestabnahmemenge für kundenspezifische CoG-Displaymodule liegt bei Gleichmann Electronics aus Kostengründen bei etwa 3000 bis 4000 pro Jahr. Aber unter der Eigenmarke GE-Vision bietet das Unternehmen inzwischen auch neun Standard-CoG-Modelle an. (ml)

Wissenswert: Chip-on-Glass-Angebot erweitert.

Da bei den kompakten CoG-Modulen Platine und Bezel entfallen, sind sie für alle Projekte mit großem Kostendruck und Platzproblemen geeignet. Das aktuelle Highlight ist das dank eines Kontrastverhältnisses von 20:1 und einer Auflösungen von 240 x 128 Pixeln besonders gut ablesbare 4,2-Zoll-CoG-Modul „GE-O240128Z-TFH-R“ (Titelbild). GE Vision komplettiert damit die bislang in sieben Größen von 45,2 x 27 bis 160 x 109 mm2 verfügbare „GE-Oxxxx“-Serie. Die nunmehr mit Auflösungen von 128 x 64 bis 320 x 240 Pixeln sowie 2 x 16 Zeichen angebotenen CoG-Module sind wahlweise als FSTN-positiv-, STN-positiv- oder STN-negativ-Version erhältlich.

Autor:

Roland Federle; Marketing Manager passive Displays bei
Gleichmann Electronics

veröffetnlicht in:

ELinfo 08/2010 S.28-29

Redakteur:

(ml)

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